Wespen- und Hornissennester

Problemstellung

So wie die einzelnen Wespenarten sehr unterschiedlich auf uns Menschen reagieren, so verschieden ist auch die menschliche Toleranz gegenüber diesen Tieren. Zunächst sollte beobachtet werden, was die Insekten tun, wo sie ihre Einfluglöcher haben und wo sich das Nest selbst befindet.

Fachliche Beratung

Mit dem Wissen, dass jeder Wespen- oder Hornissenstock im Herbst zur Gänze abstirbt, fällt es oft leichter, ein Zusammenleben mit den Insekten für die verbleibenden Sommermonate zu versuchen. Die einzigen überlebenden Individuen sind junge Königinnen, diese überwintern allerdings sicher nicht in ihrem angestammten Stock sondern irgendwo unter Baumrinde oder in Holzstapeln.

Koexistenz

Das Zusammenleben mit den Insekten lässt sich auch erleichtern, indem man Mückengitter an Fenster anbringt, die die Tierchen von den Wohnräumen fernhalten. Bei Erdnestern im Garten lassen sich unter Umständen Tücher spannen, die die Ausflugsrichtung der Tiere beeinflussen, so dass sie beispielsweise nicht direkt in Richtung Terrasse fliegen.

Grenzen respektieren

Entscheidend für ein friedliches Miteinander ist zumeist die Distanz zum Nest, bis zu der uns die Tiere tolerieren. Diese liegt je nach Art zwischen einem und fünf Metern. Geht man näher hin, so wird man zunächst von den "Bewacherinnen" umschwärmt. Erst wenn man diese Warnung nicht ernst nimmt, läuft man Gefahr gestochen zu werden.

Kleinkinder

Berechtigt ist die Sorge vieler Menschen um das Wohl ihrer Kleinkinder.Wespenstiche sind für diese besonders unangenehm und können mit Komplikationen verbunden sein. Wichtig ist es in jedem Fall, die Kinder zu beaufsichtigen und sie nicht aus Gefäßen (Dosen) trinken zu lassen, bei denen man nicht sieht, ob sich eine Wespe hinein verirrt hat. Dass man von Wespen beim Essen oder beim Trinken süßer Flüssigkeiten besonders im Freien angeflogen wird, hat normalerweise kaum etwas mit einem in der Nähe befindlichen ("auffälligen") Nest zu tun. Wespen und Hornissen haben bei Ihrer Nahrungssuche einen Flugradius von mehr als drei Kilometern.

Allergiker

Aufpassen müssen in jedem Fall Allergiker, dies wohlbemerkt auch unabhängig davon, ob ein Wespennest in der Nähe ist oder nicht! Sie sollten immer ihre Notfallsmedikamente und auch ein Mobiltelefon (um Hilfe zu holen) bei sich tragen.

Entfernen oder Vergiften

Nicht immer ist allerdings ein friedliches Zusammenleben mit Wespen oder Hornissen möglich. Gerade in alten Häusern können Wespen, die ihre Nester irgendwo in der Verschalung gebaut haben, durch Ritzensysteme in Decke oder Wänden in großer Zahl in Wohnräume gelangen. Lassen sich diese Ritzen nicht schließen, so sind doch Probleme zu erwarten. Dies sind die Fälle, in denen eine Beseitigung der Gefahr ansteht. Die Bekämpfung der Wespen auf chemischem Weg hat in jedem Fall ein gewerblicher Schädlingsbekämpfer durchführen. Vor eigenen Eingriffen mit Gift oder Rauch wird dringend abgeraten! Auch die professionellen Schädlingsbekämpfer versuchen, die Nester möglichst schonend zu bekämpfen. Wenn ein Nest frei zugänglich ist, werden sie das Nest samt Tieren versetzen. Nur wenn dies nicht möglich ist, kommt es zum Gifteinsatz.

Falsche Ansprechpartner

Keinesfalls sollten Feuerwehren oder gar die Notrufzentralen mit Wespen- oder Hornissenproblemen angerufen werden!
Sie sind dafür nicht zuständig und haben weit wichtigere Aufgaben zu erfüllen.
Rufen Sie einen Imker oder auf der Gemeinde an. Dort wird Ihnen weitergeholfen

Vorbeugung

Egal ob man ein Wespen- oder Hornissennest für einige Monate toleriert oder doch entfernt, sollte man sein Hauptaugenmerk darauf richten, die beobachteten Einfluglöcher im Winter mit baulichen Maßnahmen zu verschließen. So kann verhindert werden, dass sich im kommenden Frühjahr wieder Tiere an dieser für uns unpassenden Stelle ansiedeln. Wespen und Hornissen benützen nur in wenigen Ausnahmefällen vorhandene leere Nestbauten aus dem Vorjahr zum Neubau, bestehende günstige Einfluglöcher benutzen sie allerdings weit eher. Giganten Hornissen als größte heimische Wespenart sind in ihrem Bestand bedroht und daher besonders geschützt. Aus diesem Grund bietet die inatura an, dass Hornissennester, die entfernt werden müssen und frei zugänglich sind, auf Anfrage kostenfrei von Experten an einen anderen Ort versetzt werden. Auskünfte erteilen die inatura-Fachberater. In vielen Fällen ist gerade bei den Hornissen eine Versetzung gar nicht nötig, wenn die Betroffenen erkennen, dass es sich (im Gegensatz zu manchen kleineren Wespenarten) um sehr friedliche Tiere handelt. Hornissen belästigen uns auch nicht beim Konsum von Fruchtsäften und Limonaden. Für sie ist in diesen Getränken zu wenig Zucker enthalten. Beachten sollte man allerdings, dass Hornissen auch in der Abenddämmerung noch ausfliegen und dann unter Umständen von Lichtquellen angezogen werden. Nach dem Ausschalten der Lampen verschwinden die Tiere sofort wieder. Im Zweifelsfall kann man die Fenster schließen oder Mückengitter anbringen. Hornissen sind für uns Menschen nicht gefährlicher als andere Wespenarten, sie unterscheiden sich in ihrer Giftwirkung kaum. Dass sechs Hornissenstiche ein Pferd töten, ist schlicht und einfach ein Märchen!